Dental Tribune Austria

Hygienestandards in Ordinationen sind besonders hoch

By Österreichische Zahnärztekammer
August 31, 2020

WIEN - Die WHO-Empfehlung auf Verschiebung nicht akuter Zahnarztbesuche ist derzeit für Österreich irrelevant.

Die über eine Nachrichtenagentur publizierte Empfehlung der WHO, nicht dringende zahnärztliche Behandlungen zu verschieben, um, wie es heißt, einer weiteren Verbreitung des neuartigen Corona-Virus vorzubeugen, gilt nicht für Länder mit einer niedrigen Infektionsrate wie etwa Österreich. Das stellt die WHO ausdrücklich klar. Die WHO-Empfehlung ist daher derzeit für Österreich irrelevant und das aus zwei Gründen.

Erstens besteht in Österreich spätestens seit der Entdeckung der Krankheit AIDS und des sie auslösenden HI-Virus vor etwa 40 Jahren in den Zahnarztordinationen ein besonders hoher Hygienestandard, der zu den besten der Welt gehört. Da die zahnärztliche Tätigkeit zumeist mit wassergekühlten Instrumenten und sehr nahe am Patienten erfolgt, ist es für die Zahnärzteschaft Österreichs also seit Jahrzehnten völlig selbstverständlich, im Umfeld ihrer Arbeit Hygienemaßnahmen einzuhalten, die jegliches Infektionsrisiko für Patient, Personal und Zahnarzt auf ein Minimum reduzieren. Zweitens liegt die COVID-19-Infektionsrate in Österreich im internationalen Vergleich von Anfang an auf extrem niedrigem Niveau, das in keiner Weise etwa mit Erdteilen oder Ländern vergleichbar ist, in denen bedeutend schlechtere hygienische Bedingungen oder ungünstigere sozialpolitische Faktoren herrschen, als das hierzulande der Fall ist, auf die sich die WHO mit ihrer Empfehlung aber ebenso bezieht. Daher muss in Österreich für die normale zahnärztliche Versorgung auch keine weitere Reduktion der Übertragungsraten abgewartet werden, was in anderen der 193 Staaten der Welt aber möglicherweise sehr wohl erforderlich sein kann.

Des Weiteren zeigt die bisherige Erfahrung mit SARS-CoV-2, dass die Zahnmedizin sogar in den von COVID-19 meist betroffenen Ländern wie China (Wuhan), Italien und Südkorea weder Infektionen weiterverbreitet, noch dass in ihrem Umfeld eine besondere Infektionsgefahr für alle anwesenden Personen (PatientInnen, Personal und ZahnärztInnen) bestünde. Auch die Situation in Österreich bestätigt ganz klar diese Fakten.

Die Österreichische Zahnärztekammer meint daher, dass unter Einhaltung der bestehenden Hygienemaßnahmen und der allgemeinen Empfehlungen der österreichischen Bundesregierung in den Zahnarztordinationen Österreichs der Normalbetrieb und die Erbringung des gesamten zahnmedizinischen Leistungsspektrums aufrechterhalten werden kann. Sie möchte sogar ausdrücklich davor warnen, Kontrolluntersuchungen und prophylaktische Maßnahmen wie Mundhygienesitzungen aus übertriebener Angst vor Infektionen zu vernachlässigen. Gerade diese sind notwendig, um Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nur dadurch können schwere Folgeschäden für den gesamten Körper abgewendet werden.

 

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