PHILADELPHIA, USA – Die Meldungen zu neuen Erkenntnissen auf dem Fachgebiet der Parodontologie versprechen ständig neue Forschungsergebnisse und Möglichkeiten, die Krankheit in Zukunft einzudämmen und besser behandeln zu können. Nachdem Wissenschaftler der University of Pennsylvania kürzlich zeigten, wie Parodontitis-Bakterien auf das Immunsystem einwirken, um ihre eigene Vermehrung und eine parodontale Erkrankung zu fördern, haben sie nun scheinbar eine Entdeckung gemacht, die Parodontitis vielleicht heilen kann.
Die Wissenschaftler um Prof. George Hajishengallis untersuchten, welche Komponenten des Komplementsystems daran beteiligt sind, die Krankheit zu unterstützen und die Entzündung stabil zu erhalten. Sie testeten vor allem die Wirkungsweise der Komplement-Komponente C3.1 In einem Versuch mit Mäusen stellten sie fest, dass Knock-out-Mäuse ohne C3 weniger unter Knochenschwund und Entzündungen litten, als Mäuse, bei denen C3 nicht deaktiviert war. Desweiteren stellten sie fest, dass auch die Komponente C5a dafür sorgt, dass das Bakterium Porphyromonas gingivalis das Zahnfleisch nicht besiedelt.
Es ist bereits medikamentös möglich, C3 zu unterdrücken. Ein Medikament, welches zur Behandlung der Paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie eingesetzt wird (Compstatin Cp40), kann als C3-Hemmer angewendet werden. Das wurde bereits in Tests mit Primaten erprobt. Als Resultat zeigten sich reduzierte Entzündungssymptome bei den Affen und ein deutlicher Schutz vor Knochenabbau.
1 Genetic and Intervention Studies Implicating Complement C3 as a Major Target for the Treatment of Periodontitis, J Immunol 2014 192:5445-5446; doi:10.4049/jimmunol.1490020
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