WIEN – Der neue vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen herausgegebene Leitfaden „Schwangerschaft und Röntgenuntersuchungen – Ein Leitfaden für die radiologische Praxis“ richtet sich an alle, die in die medizinische Anwendung von Röntgenstrahlung involviert sind.
In erster Linie soll er eine Grundlage zur Abschätzung des Strahlenrisikos für das ungeborene Kind bei den verschiedenen Anwendungen bieten.
Der Leitfaden wurde an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin initiiert (Radiologin Azadeh Hojreh, gemeinsam mit den Radiologietechnologinnen Martina Dünkelmayer und Monika Kaderk) und entstand unter Einbindung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Maßgeblich beteiligt war neben der Radiologie auch die Medizinphysik (Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der MedUni Wien, Peter Homolka). Seitens des Gesundheitsministeriums betreute Manfred Ditto, Leiter der Abteilung III/5 Strahlenschutz, Umwelt und Gesundheit, das Projekt.
„Der Leitfaden ist ein Standardwerk geworden und wird auch international zitiert werden“, beschreibt Christian Herold, Leiter der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien/AKH Wien, die Bedeutung der Broschüre, „Röntgenstrahlung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen bildgebenden Diagnostik und interventionellen Radiologie. Diese muss allerdings sorgfältig eingesetzt werden, so dass nur unbedingt notwendige Untersuchungen und Eingriffe durchgeführt werden.“
Einsatz während der Schwangerschaft
Zum sorgfältigen Einsatz gehört auch, dass die Durchführung so erfolgt, dass die benötigte Bildinformation mit möglichst geringer Strahlendosis erzielt wird. Unter einem besonderen Blickwinkel ist der Einsatz von Röntgenstrahlung während der Schwangerschaft zu betrachten. Hier sind neben Nutzen und Risiko für die Schwangere selbst auch Nutzen und Risiko für das ungeborene Kind zu berücksichtigen. Häufig kommen wegen der Röntgenstrahlung auch noch Sorgen und Ängste um das ungeborene Kind dazu. Diese sind jedoch in den allermeisten Fällen unbegründet, da bei den meisten Röntgenuntersuchungen und interventionellen Eingriffen für das ungeborene Kind praktisch kein Strahlenrisiko besteht oder dieses nur sehr gering ist.
Der vorliegende Leitfaden richtet sich primär an Menschen, die in die medizinische Anwendung von Röntgenstrahlung involviert sind. In erster Linie soll er eine Grundlage zur Abschätzung des Strahlenrisikos für das ungeborene Kind bei den verschiedenen Anwendungen darstellen sowie Anleitungen für die praktische Vorgangsweise geben. Weiters werden im Leitfaden die rechtlichen Grundlagen und die Grundsätze des Strahlenschutzes sowie die biologischen Strahlenwirkungen dargelegt.
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