Wien – Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) nimmt bei mehreren Leistungen in der Zahnversorgung Änderungen vor. Nach Angaben der Kasse geht es darum, die Beiträge der Versicherten auch in Zukunft möglichst effizient einzusetzen und die medizinische Versorgung langfristig abzusichern.
Hintergrund sind wachsende medizinische Möglichkeiten, eine älter werdende Bevölkerung und zugleich ein steigender finanzieller Druck auf das Gesundheitssystem. Unverändert bleibt die vollständige Kostenübernahme für Zahnspangen bei Kindern und Jugendlichen mit schweren Kieferfehlstellungen, sofern die Behandlung über Vertragspartner erfolgt. Auch bei leichteren Fehlstellungen sind weiterhin teilweise Kostenübernahmen vorgesehen. Eine wesentliche Änderung betrifft jedoch bestimmte mildere Zahnfehlstellungen: Diese sollen ab März 2026 nur noch in Ausnahmefällen übernommen werden. Die ÖGK begründet das damit, dass dabei meist kein relevantes gesundheitliches Risiko bestehe und die Behandlung überwiegend ästhetischen Zwecken diene. Auch beim unentbehrlichen Zahnersatz wird die Kostenbeteiligung neu geregelt. Künftig sollen Versicherte mit geringem Einkommen stärker entlastet werden. Für andere Versicherte steigt der Eigenanteil moderat. Die ÖGK spricht in diesem Zusammenhang von einer sozial ausgewogenen Anpassung innerhalb der Solidargemeinschaft. Die Regelung gilt sowohl für die Zahngesundheitszentren der Kasse als auch für den niedergelassenen Bereich. Eine weitere Änderung betrifft die Inanspruchnahme von Zahnärzten: Ab Mai 2026 sollen Versicherte pro Quartal grundsätzlich nur noch zwei Ordinationen aufsuchen können. Weitere Wechsel bleiben nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Nach Darstellung der ÖGK soll damit die Versorgung besser strukturiert, Ordinationen entlastet und lange Wartezeiten für Patienten reduziert werden. Parallel dazu will die Gesundheitskasse den Schwerpunkt stärker auf Vorsorge und Früherkennung legen. In den Zahngesundheitszentren wurde dafür ein neues Versorgungskonzept für professionelle Zahnreinigung und anschließende Parodontitis-Therapie eingeführt. Kinder und Jugendliche können regelmäßig eine kostenlose professionelle Zahnreinigung auf e-card in Anspruch nehmen, bei festsitzender Zahnspange auch häufiger. Mit den Maßnahmen will die ÖGK nach eigenen Angaben sicherstellen, dass die zahnmedizinische Versorgung auch künftig qualitativ hochwertig und finanziell tragfähig bleibt. Die entsprechenden Beschlüsse wurden bereits in der Hauptversammlung gefasst; die rechtliche und organisatorische Umsetzung erfolgt nun schrittweise.
Quelle: Österreichische Gesundheitskasse
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