Genf – Die formelle Annahme der politischen Erklärung des vierten UN-Hochrangtreffens zu nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs) und zur Förderung psychischer Gesundheit (HLM4) durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen markiert einen historischen Durchbruch für die globale Gesundheitsagenda. Erstmals wird dabei Oralgesundheit explizit als integraler Bestandteil der allgemeinen Gesundheit sowohl in der Präambel als auch in den operativen Passagen der Erklärung anerkannt.
Die Erklärung würdigt die weltweite Belastung durch orale Erkrankungen, deren gemeinsame Risikofaktoren mit anderen NCDs sowie die Notwendigkeit, den Zugang zu essenzieller zahnmedizinischer Versorgung im Rahmen der universellen Gesundheitsversorgung auszubauen. Sie bekräftigt Oralgesundheit als Schlüsselkomponente für Wohlbefinden, Prävention und gerechte Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig eröffnet sie neue Möglichkeiten, orale Erkrankungen parallel zu anderen NCDs anzugehen, gemeinsame Risikofaktoren zu reduzieren und widerstandsfähige Gesundheitssysteme zu stärken.
Ein zentrales Element der Erklärung ist die Einführung globaler Fast-Track-Ziele bis 2030, darunter:
• 150 Millionen weniger Tabakkonsumenten
• 150 Millionen mehr Menschen mit kontrolliertem Bluthochdruck
• 150 Millionen mehr Menschen mit Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung
Zudem enthält die Erklärung verbindliche Maßnahmen zur Regulierung von E-Zigaretten und neuartigen Tabakprodukten, zur Einschränkung der Vermarktung ungesunder Lebensmittel an Kinder, zur Einführung von Nährwertkennzeichnungen auf Verpackungen und zur Eliminierung industriell hergestellter Transfette.
Trotz des historischen Fortschritts wurden in bestimmten Bereichen – etwa Prävention, Gesundheitssteuern und die Rolle der Zivilgesellschaft – Abstriche gemacht, die auf den fortbestehenden Einfluss kommerzieller Interessen zurückzuführen sind. Dies unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher zivilgesellschaftlicher Mechanismen zur Kontrolle und Rechenschaftspflicht.
Die Annahme der Erklärung stellt sowohl einen Meilenstein als auch einen Ausgangspunkt für die globale Gesundheitsgemeinschaft dar: Sie bietet ein kraftvolles Instrument, um Regierungen zur Verantwortung zu ziehen, den Zugang zu Mundgesundheitsversorgung zu verbessern und Oralgesundheit als festen Bestandteil globaler Strategien zu NCDs und psychischer Gesundheit zu verankern. Die Dynamik soll genutzt werden, um auf globaler, regionaler und nationaler Ebene die Mundgesundheit weiter zu stärken – insbesondere im Vorfeld des UN-Hochrangtreffens 2027 zur universellen Gesundheitsversorgung.
Quelle: FDI
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