Dental Tribune Austria

Interview: Kieferorthopäden werden in Zukunft vor dem Computer arbeiten

Von Dental Tribune International
April 12, 2018

In Divonne-les-Bains, einem wunderschönen französischen Ort an der Schweizer Grenze bei Genf, befindet sich die kieferorthopädische Praxis von Dr. Lionel Hui Bon Hoa, die mit den neuesten digitalen Technologien und einer inspirierenden Innenraumgestaltung aufwartet. Als Kieferorthopäde und internationaler Redner hat sich Dr. Hui Bon Hoa für den Einsatz transparenter Aligner, einer digitalen Behandlungsplanung und hochtechnologischer kieferorthopädischer Geräte entschieden, um seinen Patienten die neuesten Behandlungsmethoden zu bieten. Er spricht im Interview mit Dental Tribune Online über seine Leidenschaft für Kieferorthopädie, die Zukunft dieses Berufs und sein Lieblingsdesign für seine Praxis.

Wie läuft der erste Termin in Ihrer Praxis ab?
Ein Mitglied des Teams begleitet die Patienten nach ihrer Ankunft zum Besprechungszimmer, wo sie einen medizinischen Fragebogen ausfüllen können, falls sie dies nicht bereits online getan haben. Danach nehme ich mir genügend Zeit für die Patienten und höre mir ihre Gründe für den Besuch und ihre Wünsche an. Dank der neuesten digitalen Technologien können wir uns in unserer Praxis verstärkt auf die Diagnose konzentrieren. Nach einer vollständigen Untersuchung erläutere ich die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten sowie ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Ich bin gegenüber meinen Patienten sehr offen und ehrlich; wenn kein Anlass für eine Behandlung besteht, sage ich dies klar und deutlich. In manchen Fällen ist es auch zu früh für eine kieferorthopädische Behandlung. Dann schlage ich den Patienten vor, von Zeit zu Zeit wieder in die Praxis zu kommen, damit ich das Kieferwachstum und den Verlauf der Zahnentwicklung beobachten kann. Zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns möchte ich sichergehen, nur die modernsten verfügbaren Technologien einzusetzen.

Sehr bald nach Ihrem Zahnmedizinstudium haben Sie entschieden, sich auf Kieferorthopädie zu spezialisieren. Wie kam es dazu?
Mir gefällt die Kieferorthopädie, weil man bei jedem Fall mittel- bis langfristig planen muss. In der Kieferorthopädie brauchen die Diagnose und Behandlungsplanung ihre Zeit oder zumindest sollte man sich viel Zeit für sie nehmen. Sobald die Behandlungsplanung abgeschlossen ist, kann man sie leicht durchführen. Eine kieferorthopädische Behandlung scheint wie auf Autopilot zu laufen, solange sie korrekt geplant wurde. Das ist einer der vielen Gründe, warum ich mich auf die Kieferorthopädie spezialisiert habe. Allerdings vermisse ich ästhetische Restaurationen, weil mir Bonding immer Spaß gemacht hat und es hierbei, wie bei der Kieferorthopädie auch, um einen ästhetischen Ansatz geht. Übrigens ergänzen sich diese beiden Disziplinen gegenseitig.

Außerdem empfinde ich die Behandlung und den Umgang mit Kindern und Jugendlichen als sehr angenehm, auch wenn ich sonst viele Erwachsene als Patienten habe. Es ist für mich sehr einfach, mit Kindern zu kommunizieren, denn ich spreche mit meinen Patienten zugegebenermaßen lieber über Star Wars als über ernstere Themen. Noch dazu habe ich selbst zwei Kinder, das ist natürlich hilfreich.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Kieferorthopädie aus?
Ich denke, dass Kieferorthopäden aufgrund des Einsatzes neuer Technologien wie der digitalen Volumentomographie, Intraoralscannern und 3-D-Bildgebung in Zukunft vor dem Computer arbeiten werden. Sicherlich werden wir Zähne weiterhin auf die „altmodische“ Art im Knochen bewegen, entweder mit konventionellen kieferorthopädischen Behandlungsgeräten oder mithilfe transparenter Aligner. Die Kieferorthopädie wird sich im Wesentlichen nicht verändern. Aber vor Behandlungsbeginn ist eine eindeutige Diagnose sehr wichtig, und digitale Technologien sind dabei äußerst hilfreich.

Warum haben Sie sich für drei Praxisräume, aber vier Behandlungseinheiten entschieden?
Ich habe in meiner Praxis vier ORTHORA-Behandlungseinheiten von MIKRONA, jeweils eine in zwei einzelnen Räumen und zwei Einheiten im gleichen Raum. Erwachsene werden gerne einzeln behandelt, doch für Kinder nutze ich normalerweise den großen Raum. Ich habe die Stühle erst vor einem Jahr gekauft und bin nach wie vor sehr zufrieden mit ihnen.

Warum haben Sie sich für ORTHORA und gegen andere Behandlungsstühle entschieden?
Mir war für meine Praxis eine ästhetische Lösung sehr wichtig. Wenn Patienten den ORTHORA und sein ansprechendes Design sehen, ist ihnen klar, dass beim Kauf des Stuhls nicht auf den Preis, sondern auf seine ausgezeichnete Qualität geachtet wurde. Außerdem gefällt mir seine Form und Schlankheit. Der Hauptgrund war allerdings, dass die Einheit so kompakt ist. Meine Räume sind nicht sehr groß, aber ich wollte Stühle, die gut hineinpassen. Und sie sehen nach einem Jahr noch immer wie neu aus. Insgesamt bin ich weiterhin von der Form und Qualität des ORTHORA beeindruckt.

Der ORTHORA wird in vielen verschiedenen Farben angeboten. Wie haben Sie die Farben Ihrer Stühle ausgewählt
Ich wollte keine auffälligen Farben, sondern eher neutrale Töne, die gut zum Marmorboden passen. So gefällt mir medizinische Ausstattung am besten. Ich setze lieber an den Wänden oder mit den Möbeln farbliche Akzente, um den Raum freundlicher zu gestalten.

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