Leipzig – Mit dem MIH-Symposium 2026 startet der ZWP Study Club eine neue Reihe von Online-Symposien, die aktuelle Themen aus der Zahnmedizin wissenschaftlich fundiert und praxisnah aufgreifen.
Den Auftakt bildet am 30. Januar 2026 das MIH-Symposium, ein Format, das sich ganz der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) widmet, besser bekannt als „Kreidezähne“. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes, einer der führenden Expertinnen auf diesem Gebiet, stehen neue Erkenntnisse zu Ursachen, Diagnostik und Therapie im Mittelpunkt.
Nach dem Auftakt-Webinar mit Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes zum Thema „Hypomineralisierte Frontzähne: Erkennen, Einordnen, Behandeln“ folgt 15 Uhr der Beitrag von Nikolai van Blericq zu „Auswirkungen von Umwelteinflüssen, insbesondere Bisphenol A, auf die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)“.
Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes, die vor allem die ersten bleibenden Backenzähne und Schneidezähne betrifft. Typisch sind weißlich-gelbe bis bräunliche Verfärbungen, eine erhöhte Empfindlichkeit und eine brüchige Schmelzstruktur. Kinder mit MIH leiden häufig unter Schmerzen, Kälteempfindlichkeit und einem erhöhten Risiko für Karies. Weltweit sind etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder betroffen, was MIH zu einem bedeutenden zahnmedizinischen und gesellschaftlichen Problem macht.
Die genauen Ursachen der MIH sind bislang nicht abschließend geklärt. Neben gesundheitlichen Faktoren werden zunehmend Umwelteinflüsse als mögliche Auslöser diskutiert. Besonders im Fokus steht die Chemikalie Bisphenol A (BPA), ein weitverbreiteter Bestandteil vieler Kunststoffe und Beschichtungen. BPA kann aus Verpackungen, Konservendosen oder Plastikflaschen in Lebensmittel übergehen und vom Körper aufgenommen werden. Als sogenannter endokriner Disruptor wirkt BPA hormonähnlich, indem es an Östrogenrezeptoren bindet und natürliche Entwicklungsprozesse stört.
Tierexperimentelle und zellbiologische Studien zeigen, dass BPA die Funktion der Ameloblasten beeinträchtigen kann. Es verändert die Genexpression, hemmt die Mineralisation und führt zu einer porösen Schmelzstruktur. Diese Veränderungen ähneln stark den Defekten, die bei MIH beobachtet werden. Besonders kritisch ist eine BPA-Belastung während der Schwangerschaft oder frühen Kindheit, da in dieser Zeit die bleibenden Zähne angelegt werden.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die MIH nicht allein auf krankheitsbedingte Ursachen zurückzuführen ist, sondern in engem Zusammenhang mit modernen Umweltbelastungen steht. Der Vortrag zielt darauf ab, die Vielfältigkeit der gegenwärtigen Umwelteinflüsse in Bezug auf die MIH und die allgemeinen Erkrankungen, näherzubringen.
Ein weiteres Webinar des MIH-Symposiums erwartet die Teilnehmer direkt im Anschluss. Prof. Dr. Falk Schwendicke wird ab 16 Uhr auf die neuesten Erkenntnisse und Forschungsansätze zur Ätiologie der MIH eingehen.
Teilnahme an der Panel Discussion
Im Anschluss an die einzelnen Sessions findet ein gemeinsames Q&A mit den Referenten statt. Wer daran teilnehmen möchte, registriert sich bitte separat für die Panel-Diskussion. Die Anmeldung ist notwendig, um den Zugangslink zu erhalten und live Fragen stellen zu können.
Jetzt registrieren, live dabei sein und bis zu vier CME-Punkte erwerben!
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